Ich habe mir vorgenommen, in diesem Urlaub viel zu wandern. Zu diesem Zweck habe ich mir Komoot auf dem Handy installiert. Eine Wander-App. Man zoomt irgendwo in die Landkarte, sucht sich in der Region eine Route aus, fährt dort hin und läuft los. Soweit, so einfach. Natürlich ist das Ding nicht kostenlos. Es will mir beim Start direkt ein Abo verkaufen. Ich starte erstmal die kostenlose Probewoche. Mein Ziel ist ein Vulkankrater, die Lagoa do Fogo. Von diesen Kratern gibt es hier sehr viele. Die Strecke ist ein etwa sechs Kilometer langer Rundweg. Nach ein paar Minuten spricht mein Handy in der Hosentasche und sagt mir, ich soll jetzt rechts von der Straße auf den Wanderpfad abbiegen.

Ich laufe noch ein paar Meter nach rechts und links, kann aber nur leicht angedeutet einen schmalen überwucherten Pfad erkennen. Ich brauche eine halbe Stunde, um etwa einen halben Kilometer Strecke zu machen. Jeder Schritt muss vorsichtig platziert werden, um nicht in eine tiefe Pfütze unter dem Moos zu treten. Das Gestrüpp wird dichter, je weiter ich laufe. Ein Blick auf das Handy sagt, dass ich noch auf dem richtigen Weg bin. Langsam hab ich keine Lust mehr. Die Füße sind bereits nass, aber ein paar Meter will ich noch laufen. Vielleicht wird es ja hinter der nächsten Ecke besser.

Dort bin ich dann umgedreht. Der Rückweg ging auch etwas schneller. Wozu Vorsicht, wenn die Füße eh schon nass sind? Derweil brüllt das Handy aus meiner Hosentasche, dass ich in die falsche Richtung laufe. Fuck you! Vielleicht gebe ich Komoot dieser Tage nochmal eine Chance. Ich beende die Navigation und gewinne dafür irgendeine Trophäe. Um zum Krater zu kommen, folge ich nun einfach der Landstraße. Dort gibt es einen Parkplatz und einen Aussichtspunkt. In der folgenden Stunde bis zum Ziel erlebe ich einen kurzen Hagelschauer, strahlend blauen Himmel, Nieselregen und wieder Sonne. Der Wind bläst die Wolken mit einem Affenzahn über den Himmel, und so ändert sich das Wetter alle paar Minuten. Oben angekommen werde ich mit einem tollen Blick über den Krater belohnt.

Ein schmaler Pfad mit gefühlten 1000 Treppenstufen und Holzleitern führt nach unten an den See. Ich finde es etwas schade, dass ich dort unten in einer Sackgasse stehe. Ich wäre gern ein Stück am See entlang gelaufen. Eine kurze Pause und zwei Brötchen später, mache ich mich auf den Rückweg. Der Anstieg lässt meine Oberschenkel brennen.

Ich laufe die Straße wieder zurück und noch ein Stück weiter. Auf einer Hinweistafel wird noch eine weitere Sehenswürdigkeit angepriesen. Heiße Quellen und ein Wasserfall. Ein paar Kilometer später stehe ich vor dem Eingang eines Parks. Die Quellen und der Wasserfall kosten Eintritt. Da es die letzten Tage nur wenig geregnet hat und man deshalb nicht baden kann, darf ich für nur 3 Euronen rein. Für den wirklich schön angelegten Park fand ich den Preis fair.







Hi Jens, schöne Fotos hast du uns geschickt. Jedoch am besten gefällt mir der San Miguellinische Riesenpelikan. Der wird gleich von den Krokodilen vernascht.
Klasse, jetzt kann ich sogar auf den Azoren Urlaub machen,ohne Anstrengung. Danke Jens
Viel Spaß damit 🙂