Mein heutiger Ausflug geht nach Furnas. Eine kleine Stadt im Osten der Insel. Furnas ist bekannt für seine heißen Quellen. Dort sprudelt schwefeliger Schlamm geradezu aus dem Boden. Die Sonne strahlt und ich trinke in aller Ruhe meinen Kaffee, bevor ich mich auf den Weg mache. Kleine kurvige Sträßchen führen mich dann ins Landesinnere zu meinem Ziel. Kaum angekommen öffnet sich der Himmel und ein Sturzregen prasselt auf mich herunter. Ich bleibe eine Viertelstunde im Auto sitzen, bis sich das Wetter etwas beruhigt. Bei etwas Nieselregen laufe ich dann los.

Als Erstes mache ich einen kurzen Abstecher zu den Schwefellöchern. Der Schlamm blubbert und stickiger Qualm steigt daraus empor. Was auf den ersten Blick vielleicht wie Gräber aussehen mag sind Löscher, die in die Erde gegraben wurden um dort langsam mit Hilfe der Erdwärme einen Eintopf zu kochen. Das jeweilige Restaurant hat ein Schild in den Hügel gesteckt.


Als ich damals das erste Mal hier war, habe ich eine Wanderung durch den angrenzenden Park, zu einem Wasserfall, und dann eine Runde um den See gemacht. Für heute habe ich mir eine andere Runde ausgesucht. Dieses Mal wieder mit Komoot. Es geht relativ direkt nach oben auf die Caldera. Auf dem wirklich steilen Pfad muß ich stellenweise auf allen Vieren krabbeln um nicht im Schlamm oder auf rutschigen Steinstufen abzurutschen. Mir graut es jetzt schon vor dem Abstieg. Wenn ich das nächste Mal so eine Reise plane, werde ich definitiv Wanderstöcke mit ins Gepäck nehmen. Ich muß immer wieder stehen bleiben und mich einen Moment ausruhen.


Am Ende brauche ich etwa eine Stunde für die 1,7 Kilometer Strecke nach oben. Ich bin nun knapp 300 Meter über dem Parkplatz. Und wer hätte es gedacht? Hier ist ebenfalls ein Parkplatz und ein Souveniershop. Ich setze mich erstmal auf eine Bank und esse ein Baguette. Die Wolken hängen leider noch in den Bergen und die Aussicht ist etwas trübe.

Nach kurzer Rast setzte ich meinen Weg fort. Die Strecke ist jetzt relativ eben und stückweise sogar asphaltiert. Die Wolken verziehen sich und die Sonne kommt heraus.

Ich freue mich darüber, dass ich nun etwas flotter vorankomme. Leider ist das nur von kurzer Dauer, bis ich vor einer Holzbrücke anhalten muss. 10 Meter darunter fließt ein kleiner Bach. Als ich meinen Fuß auf eine Diele setze, spüre ich, wie diese langsam nachgibt und bricht. Weiter vorne fehlt ein ganzes Stück. Ein Blick auf die Karte verrät mir, dass es auch keinen anderen Weg gibt. Ich drehe also wieder um. Wenigstens scheint nun die Sonne und ich bekomme die Möglichkeit, noch ein schönes Panorama vom Lagoa das Furnas aufzunehmen.


Bleibt noch die Frage wie ich wieder zum Parkplatz nach unten komme. Auf keinen Fall werde ich den gleichen Weg nehmen, den ich hier hoch geklettert bin. Ich habe keine Lust abzurutschen und mir die Haxen zu brechen. Als einzige Alternative bleibt mir die Landstraße. Viel Verkehr ist da zum Glück nicht. Es sind nur einige Kilometer Umweg, aber den nehme ich gerne in kauf. Vorbei an einem Golfplatz schlängelt sich die Straße über viele Kurven und Serpentinen hinunter an die Rückseite des Ortes. Hinter einer Kurve sehe ich am Straßenrand ein etwas zugewachsenes Schild. Darauf ist ein Wanderweg beschrieben, der durch einen botanischen Garten hinunter nach Furnas führt. So eine Abkürzung nehme ich doch gerne.



Hin und wieder muss ich über einen umgefallenen Baum klettern, aber die meiste Zeit komme ich ganz gut voran Unten angekommen stehe ich vor einer Tür, die zu meinem Glück nicht verschlossen ist. Auf der Rückseite ein Schild. Wegen Wartungsarbeiten ist der Park geschlossen. Irgendwie schaffe ich es immer wieder, Wege zu finden, die eigentlich gesperrt sind. Ist aber kein Problem, wenn man den Weg verkehrt herum läuft. Wo kein Schild hängt, gibt es kein Verbot.

Ich laufe noch zwei Gärtnern über den Weg, die mir sagen, dass der Park geschlossen ist. Ich bedanke mich und laufe weiter in Richtung des Ausgangs. Nach vier Stunden auf den Beinen meldet sich mein Magen. Ich wollte ja eigentlich mal so einen im Boden vergrabenen Eintopf probieren. Das einzige Restaurant, das ich finde und das sowas auf der Karte hat, ist mit einer Reisegruppe belegt. Ich gehe in den nächstbesten anderen Laden und mampfe einen Burger. Wahrscheinlich ist dieser Eintopf eh eine Touristenfalle.

